14.12.2009, 09.00, Hurly | 423 x gelesen
Wühlt man ein wenig im Internet nach der Band Without Wax, so stolpert man auffällig oft über die Bezeichnung: „Teenage Rock'n Roll“.
Musizierende Minderjährige also – denkt da der Zyniker- na wunderbar, ein paar weitere Opfer der „DSDS-Jeder kann Musik machen-Kampagne“, die gepushed von übereifrigen Eltern jetzt auf den Tokio-Hotel-Zug aufspringen wollen.
Ich muss gestehen, so ähnlich habe ich auch gedacht, als ich den ersten Blick auf das Debütalbum We should believe geworfen habe – aber hey, ich lasse mich ja gern vom Gegenteil überzeugen und das haben die vier Jungs von Without Wax doch tatsächlich geschafft.
Schon beim ersten Track (von insgesamt 14) merkt man, dass hier gottseidank kein „Bohlen“-Typus mitgemischt hat, um mit trivialer Ladida-Teenie-Mucke, die Bravo-lesenden Herzen zu erfreuen. Viel eher merkt man den jungen Akteuren ungewöhnlich viel Herzblut und Authentizität an und das an sich finde ich schon immer sehr sympathisch.
Das Album ist ohne Zweifel ordentlich produziert und liefert einen abwechslungsreichen Mix aus schnellen und langsamen, fröhlichen und nachdenklichen Songs. Die Texte behandeln größtenteils reale Themen wie Selbstmord oder Amoklauf und zeigen so – ohne kindisch oder naiv zu wirken – die Sicht der Dinge aus Perspektive der Jugend. Auch musikalisch gesprochen scheinen die Protagonisten aus Wesel/Dinslaken am Niederrhein bereits erwachsen – schnörkellos, satt und technisch nahezu ausgereift in der alt-bewährten Kombo aus Gitarre, Schlagzeug und Bass, zusammen mit der einprägsamen Stimme des Frontmanns Yannick gibt das eine wirklich nette Ladung Rock.
Na klar, man wünscht sich hier und da noch etwas mehr Tiefe und Komplexität, aber dann kann man sich auch wieder beruhigt zurück lehnen und darauf vertrauen, dass Without Wax gerade am Anfang stehen, dabei aber schon beachtliches Talent beweisen. Kurz um: Hier wächst etwas heran und es würde mich nicht wundern, wenn man den Namen schon bald häufiger hören wird...
Sounds like: Revolverheld, Beatsteaks
Anspieltipps: „No School Today“, „Lead you to the Sun”
Note 2.2
Tracklist:
1. We Should Believe
2. Innocence Fadin'
3. No School Today
4. Leaving Home
5. These Killing Words
6. What are You Waiting For
7. Saturday Night (Every Night)
8. Rescue Me
9. Kevin's Got A Gun
10. Best Friend (feat. Dennis Hormes)
11. Florians Kleine Nachtmusik
12. Lead You To The Sun
13. Don't Get Mad
14. Now I'm Here
Band:
Yannick Dahl - Gesang
Florian Blaswich - Gitarren
Tino Wilczewski - Schlagzeug
Jonas Nühlen – Bass
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